SJZ-Symposium
Die Schweiz in einer international vernetzten Welt und die Grenzen der Souveränität
Bilaterale Verträge und völkerrechtlicher Rahmen
Die Schweizerische Juristen-Zeitung SJZ lädt Juristinnen und Juristen zu einem exklusiven Symposium ein. Im Zentrum der Auftaktveranstaltung steht die brisante Frage nach der staatlichen Souveränität der Schweiz im Spannungsfeld zwischen internationaler Vernetzung und nationaler Selbstbestimmung.
Die Schweiz bewegt sich in einem komplexen Gefüge internationaler Verpflichtungen und europäischer Zusammenarbeit. Das diesjährige SJZ‑Symposium widmet sich deshalb der zentralen Frage, wie souverän ein Staat in einer global vernetzten Welt tatsächlich sein kann, und wo rechtliche, politische und institutionelle Grenzen dieser Souveränität verlaufen.
Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Schweiz – EU‑Beziehungen im Rahmen der «Bilateralen III» sowie die völkerrechtlichen Bindungen, denen die Schweiz untersteht. Zwei Keynotes von Prof. Dr. Astrid Epiney und Prof. Dr. Helen Keller beleuchten die Dynamiken der Rechtsübernahme im europarechtlichen Kontext sowie die Bedeutung und Tragweite völkerrechtlicher Verpflichtungen, etwa im Bereich der EMRK. Vertiefende Panels diskutieren die Auswirkungen auf Demokratie, Föderalismus, Personenfreizügigkeit, Migration und Menschenrechtsschutz.
In Ergänzung zur Fachzeitschrift bietet das Symposium die Möglichkeit, sich zu hochaktuellen, rechtlichen und gesellschaftlichen Themen aus erster Hand zu informieren. Es schafft eine exklusive Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik: mit vielfältigen Perspektiven, fundierten Analysen und Raum für kritische Diskussionen. Der abschliessende Apéro bietet Raum für vertiefte Gespräche und neue Kontakte.
Ihr Vorteil
- Hochkarätige Expertinnen und Experten liefern Orientierung und zeigen Handlungsspielräume und Grenzen klar auf
- Tiefgehende Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Rechtsprechung, Politik und Gesellschaft
- Aktuelle und praxisrelevante Diskussionen mit einem spannenden und interdisziplinären Perspektivenwechsel aus Wissenschaft, Verwaltung, Justiz und Praxis
- Einzigartige Plattform für Austausch und Vernetzung
Zielpublikum
- Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
- Unternehmensjuristinnen und ‑juristen
- Vertreterinnen und Vertreter der Justiz
- Mitarbeitende von Gemeinden und Verwaltungen
Kurzprogramm
- Die neuen institutionellen Elemente der «Bilateralen III», auch im Vergleich zum Status quo
- Die Implikationen der Neuerungen auf den Handlungsspielraum der Schweiz
- Vertiefung von ausgewählten weiterführenden Fragen zur Tragweite der «Bilateralen III»
- Das Verhältnis von Völker- und Landesrecht
- Souveränität der Schweiz in Migrationsfragen
- Politische und rechtliche Auswirkungen einer möglichen Kündigung von völkerrechtlichen Verträgen
Ouvrir le programme détaillé
13:00 - 13:30 Registrierung und Begrüssungskaffee für Präsenzteilnehmende |
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| 13:3013:40 |
Begrüssung durch die Redaktionsmitglieder der Schweizerischen Juristen-Zeitung (SJZ)Prof. Dr. Pascal Pichonnaz und Dr. Beatrix Schibli
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| 13:4014:00 |
KeynoteSouveränität im Rahmen der Bilateralen Verträge
Prof. Dr. Astrid Epiney
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| 14:0015:00 |
Panel und DiskussionSouveränität im Rahmen der Bilateralen Verträge am Beispiel der Personenfreizügigkeit
Prof. Dr. Andreas Glaser, Roland Mayer und Prof. Dr. em. Peter Uebersax, moderiert von Prof. Dr. Astrid Epiney
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15:00 - 15:30 Kaffeepause |
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| 15:3015:50 |
KeynoteSouveränität im Rahmen des Völkerrechts
Prof. Dr. Helen Keller
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| 15:5016:50 |
Panel und DiskussionSouveränität im Rahmen des Völkerrechts und ihre Grenzen
Christa Preisg und Dr. Fanny de Weck, moderiert von Prof. Dr. Helen Keller (dritter Panellist angefragt)
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| 16:5017:00 |
Fazit und AbschlussProf. Dr. Astrid Epiney und Prof. Dr. Helen Keller
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17:00 - 18:30 Apéro und Netzwerkmöglichkeiten |
Referierende
Prof. Dr. Helen Keller
Professorin für öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht an der Universität Zürich UZH, Richterin am Verfassungsgericht von Bosnien-Herzegovina, assoziiertes Mitglied am Institut de droit international
Helen Keller, absolvierte ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich. Sie hat ihre ersten grossen wissenschaftlichen Arbeiten im Umweltrecht verfasst und sich anschliessend als Menschenrechtsspezialistin etabliert.
Von 2002 bis 2004 war sie ordentliche Professorin für öffentliches Recht an der Universität Luzern. Dann folgte sie einem Ruf an die Universität Zürich. Von 2008–2011 war sie Mitglied des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen. Von Oktober 2011 bis Dezember 2020 amtete sie als vollamtliche Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Sie ist 2018 von der Universität Fribourg für ihren Beitrag zur gegenseitigen Befruchtung von Doktrin und Praxis mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden. Ihr Einsatz für die Menschenrechte wurde mehrfach ausgezeichnet (2020 mit dem Anerkennungspreis der Stiftung für abendländische Ethik und Kultur sowie 2021 mit dem Madame de Staël-Preis der europäischen Akademien). 2024 wurde Helen Keller gleich dreifach ausgezeichnet. Sie erhielt im Juni eine Nomination im Rahmen des Projekts «75 Frauen in 75 Jahre Geschichte des Europarats», im Oktober verlieh ihr die Universität Genf den Titel Dr. honoris causa und würdigte ihren unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit und im November erhielt sie den Jahrespreis der Robert F. Kennedy Stiftung. Für ihr wissenschaftliches Werk wurde sie 2025 mit dem Grossen Walther Hug-Preis geehrt.
Seit Dezember 2020 amtet sie als Richterin am Verfassungsgericht von Bosnien-Herzegowina. Seit 2025 ist sie assoziiertes Mitglied am Institut de droit international.
Prof. Dr. Astrid Epiney
Professorin für Europarecht, Völkerrecht und öffentliches Recht und geschäftsführende Direktorin des Instituts für Europarecht, Universität Fribourg
Astrid Epiney ist Professorin für Europarecht, Völkerrecht und öffentliches Recht an der Universität Fribourg sowie geschäftsführende Direktorin des dortigen Instituts für Europarecht. Von 2015-2024 war sie Rektorin der Universität.
Zu den Schwerpunkten ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit gehören – neben allgemeinen Fragen des Europarechts und des Verfassungsrechts – die Beziehungen Schweiz-EU. Sie publiziert hauptsächlich auf den Gebieten des Europarechts, der Beziehungen Schweiz – Europäische Union, des Datenschutzrechts, des Freizügigkeitsrechts, des Umweltrechts sowie zum Verhältnis Völkerrecht – nationales Recht. Daneben ist sie Mitherausgeberin umweltrechtlicher Zeitschriften und des Basler Kommentars zur Bundesverfassung.
Prof. Dr. Andreas Glaser
Professor für Staats-, Verwaltungs- und Europarecht unter besonderer Berücksichtigung von Demokratiefragen an der Universität Zürich UZH und Mitglied der Direktion des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA)
Andreas Glasers Forschungsschwerpunkte sind die direkte Demokratie, das kantonale Staats- und Verwaltungsrecht sowie die Einflüsse des Europarechts auf die schweizerische Rechtsordnung. Er ist unter anderem Mitautor des Werkes «Die demokratischen Rechte in Bund und Kantonen der Schweizerischen Eidgenossenschaft» und Mitherausgeber des Online-Kommentars zum Bundesgesetz über die politischen Rechte (BPR).
Zudem berät er Behörden des Bundes, der Kantone und der Gemeinden bei der Konzeption und Umsetzung rechtspolitischer Reformvorhaben.
Roland Mayer
Generalsekretär, Konferenz der Kantonsregierungen (KdK)
Roland Mayer ist seit 2018 Generalsekretär der Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) und Geschäftsführer der ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit. Vorgängig war er bei der KdK verantwortlich für die Mitwirkung der Kantone an der Aussen- und Europapolitik des Bundes, zunächst ab 1996 als Informationsbeauftragter der Kantone im Integrationsbüro EDA/EVD und ab 2003 als stv. Generalsekretär und Leiter Bereich Aussenpolitik.
Vor seiner Tätigkeit für die ch Stiftung und die KdK war Roland Mayer als Wirtschaftsanwalt in Kanzleien in Brüssel und Zürich tätig. Er hat an der Universität Neuchâtel sowie am Collège d’Europe in Brügge (Belgien) studiert.
Christa Preisg
MLaw, Rechtsanwältin, Richterin, Bundesverwaltungsgericht
Christa Preisg ist seit dem 1. Januar 2025 Richterin in der Abteilung VI des Bundesverwaltungsgerichts. In deren Zuständigkeit fallen alle Geschäfte aus den Rechtsgebieten des Ausländer- und Bürgerrechts. Dazu gehören namentlich Einreise, Fernhaltung, Aufenthalt, Vorläufige Aufnahme und Ausweisschriften, ferner Geschäfte der folgenden Gebiete: Anerkennung der Staatenlosigkeit, polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus, Sozialhilfe für Auslandschweizerinnen und -schweizer sowie Teile des Asylrechts. Zuvor war sie Gerichtsschreiberin am Bundesverwaltungsgericht und während drei Jahren als entsandte Juristin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte tätig.
Prof. Dr. em. Peter Uebersax
Peter Uebersax studierte, promovierte und habilitierte an der Universität Basel, wo er 2012 zum Titularprofessor für öffentliches Recht und öffentliches Prozessrecht ernannt wurde und während rund 20 Jahren schwergewichtig das Migrationsrecht betreute. Noch immer übernimmt er einzelne Lehraufgaben. Hauptberuflich arbeitete er mehr als 30 Jahre am Bundesgericht in Lausanne als Gerichtsschreiber und wissenschaftlicher Berater in der I. und II. öffentlich-rechtlichen Abteilung. Dabei hat er sich praktisch mit dem gesamten Spektrum des öffentlichen Rechts befasst.
Seine wissenschaftliche Tätigkeit fokussiert sich auf das Verfassungsrecht, das Migrationsrecht und das öffentliche Verfahrensrecht. Vereinzelt publizierte er aber auch zu anderen Bereichen des öffentlichen Rechts. Peter Uebersax ist namentlich Mitautor des von René Rhinow begründeten Schweizerischen Verfassungsrechts und des Migrationsrechts in a nutshell und kommentierte verschiedene Bestimmungen im Basler Kommentar zur Bundesverfassung. Er ist Mitherausgeber und Mitautor des Handbuchs für die Anwaltspraxis zum Ausländerrecht sowie des Basler Kommentars zum Bundesgerichtsgesetz.
Dr. Fanny de Weck
Rechtsanwältin, RISE Attorney at Law
Fanny de Weck ist Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Straf- und Migrationsrecht sowie internationaler Menschenrechtsschutz. Sie prozessiert auf nationaler Ebene und vor internationalen Beschwerdeinstanzen.
Fanny de Weck ist Gründungspartnerin der Kanzlei RISE Attorneys at Law in Zürich. Sie doktorierte zum Non-Refoulement-Prinzip in internationalen Beschwerdeverfahren an der Universität Luzern. Sie ist in der Lehre tätig und berät regelmässig NGOs und andere Anwältinnen.
Fachthemen
Prof. Dr. Astrid Epiney
Die Bilateralen III: Weiterentwicklung der Schweiz–EU Beziehungen zwischen Integration und Autonomie
Termin / Format
09.06.2026 | 13:30 - 17:00
Congrès | Völkerrecht
*Das Kombi-Angebot umfasst die Teilnahme an der Veranstaltung sowie ein Jahresabonnement der Schweizerischen Juristen-Zeitung (SJZ), inklusive Versandkosten. Das Abonnement läuft nach 12 Monaten automatisch aus.
Location / Anreise
Das SJZ-Symposium findet im Museum für Gestaltung statt.Ausstellungsstrasse 60
8005 Zürich
Das Museum für Gestaltung befindet sich in unmittelbarer Nähe des Zürcher Hauptbahnhofs und ist in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Für Ihre Anreise empfehlen wir den Fussweg oder die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.
Symposiumsleitung

Prof. Dr. Astrid Epiney und Prof. Dr. Helen Keller führen durch das SJZ-Symposium 2026