Dr. Tobias Naef
Überwachungsdruck auf Mitarbeitende: Perspektive einer Aufsichtsbehörde
Die Digitalisierung der Arbeitsumgebung führt dazu, dass immer mehr Daten über das Verhalten von Mitarbeitenden anfallen. Diese Daten entstehen nicht nur durch gezielte Kontrollinstrumente, sondern immer öfter auch als Nebenprodukt technischer Systeme wie Softwarelogs oder Fahrzeugtelemetrie. Dadurch wächst der Überwachungsdruck auf Mitarbeitende – häufig ohne dass dies im Zentrum der ursprünglichen Systemeinführung stand. Aus Sicht des Datenschutzes stellt sich daher zunehmend die Herausforderung, die Gesamtwirkung verschiedener Datensammlungen zu betrachten. Zentrale Grundsätze des Datenschutzes wie Verhältnismässigkeit, Zweckbindung, Transparenz und Sicherheit geben Orientierung. Um die Gesamtwirkung der Überwachung in der Praxis zu adressieren braucht es aber neue Ansätze, die nicht nur die IT und die Compliance betreffen, sondern auch das Personalwesen und die oberste Leitung von Unternehmen oder Behörden.