Schulthess Forum
Zivilprozess 2027
Vorsorgliche Massnahmen erfolgreich beantragen und abwehren: Glaubhaftmachung, Beweisführung und Prozessstrategie
Vorsorgliche Massnahmen erfolgreich beantragen und abwehren:
Glaubhaftmachung, Beweisführung und Prozessstrategie
Vorsorgliche Massnahmen gehören zu den anspruchsvollsten Instrumenten der Prozessführung. Wenn der Zeitdruck am grössten ist, zählt jedes Detail: Die gesuchstellende Partei muss glaubhaft machen, dass ihr ein Anspruch zusteht, dieser verletzt ist oder eine Verletzung zu befürchten ist und ihr daraus ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Zugleich muss sie ihr Gesuch prozessual präzise aufbauen; die Gegenpartei muss ebenso rasch und gezielt reagieren. Die Gerichte wiederum entscheiden unter erheblichem Zeitdruck und würdigen den Sachverhalt auf der Grundlage des reduzierten Beweismasses der Glaubhaftmachung. Vorsorgliche Massnahmen entscheiden oftmals darüber, ob ein Anspruch wirksam geschützt werden kann, und ermöglichen raschen gerichtlichen Rechtsschutz, wenn ein Abwarten bis zum Endentscheid nicht zumutbar ist oder irreversible Nachteile drohen. Umso wichtiger ist es, die Anforderungen und die aktuelle Rechtsprechung zu kennen – denn im Ernstfall bleibt keine Zeit, sich zunächst noch mit den Grundlagen vertraut zu machen.
Das Schulthess Forum Zivilprozess 2027 widmet sich den zentralen Voraussetzungen, Anwendungsfeldern und strategischen Fragen des vorsorglichen Rechtsschutzes. Es beleuchtet aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und Lehre und gibt konkrete Empfehlungen für Ihre Praxis und Prozessführung. Diskutiert werden insbesondere:
- Grundlagen und aktuelle Entwicklungen vorsorglicher Massnahmen im schweizerischen Zivilprozess – einschliesslich taktischer Überlegungen;
- Glaubhaftmachen als Schlüsselbegriff: Beweismass, Beweismittelbeschränkungen, Substanziierung und deren praktische Bedeutung;
- Vorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 ZPO: Anwendungsgebiete, Anforderungen an Rechtsbegehren und Beweisthemen, die Abklärung der Prozessaussichten und Abgrenzung zur unzulässigen «pre-trial discovery» (Beweisausforschung);
- Besonderheiten vorsorglicher Massnahmen im Familien-, Erb- und Gesellschaftsrecht;
- Vorsorgliche Massnahmen im Medien- und Persönlichkeitsrecht: Persönlichkeitsschutz im Spannungsfeld zur Medienfreiheit;
- Künstliche Intelligenz (KI): neue Chancen und Risiken für das Massnahmeverfahren.
Erfahrene Referierende aus Gerichtspraxis und Anwaltschaft zeigen Ihnen, was ein tragfähiges Massnahmegesuch auszeichnet, welche Anforderungen die Gerichte an Tatsachenbehauptungen, Beweismittel und Rechtsbegehren stellen, und wie Sie typische Stolperfallen vermeiden. Die Verbindung von wissenschaftlicher Einordnung und praktischer Erfahrung ermöglicht einen umfassenden Blick aus der Perspektive aller Verfahrensbeteiligten.
Das Schulthess Forum Zivilprozess 2027 bietet Ihnen die Plattform für fachlichen Austausch auf höchstem Niveau. Diskutieren Sie aktuelle Fragestellungen mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten, tauschen Sie Erfahrungen aus und nehmen Sie wertvolle Anregungen für Ihre tägliche Arbeit mit.
Ihre Vorteile
- Sie bringen sich auf den neuesten Stand der aktuellen Rechtsprechung und Best Practice zu vorsorglichen Massnahmen nach Schweizer ZPO.
- Sie profitieren vom fachlichen Austausch mit führenden Expertinnen und Experten, erweitern Ihr Netzwerk und erhalten praxisorientierte Empfehlungen für die Vorbereitung, Begründung und Abwehr von Massnahmegesuchen.
- Sie gewinnen wertvolle Einblicke in die Gerichtspraxis und hinter die Kulissen.
Zielpublikum
- Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
- Richterinnen und Richter, Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber sowie Behördenmitglieder
- Unternehmensjuristinnen und -juristen
- Schlichtungsbehörden
- Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Vermögensverwaltung, Versicherung, Bank und Verwaltung
- Notarinnen und Notare
- Treuhänderinnen und Treuhänder
Kurzprogramm
- Vorsorgliche Massnahmen – eine Übersicht zum Einstieg
- Vorsorglicher Rechtsschutz im Medien- und Persönlichkeitsrecht: Im Spannungsfeld von Persönlichkeitsschutz und Medienfreiheit
- Glaubhaftmachen: Königsbegriff des Massnahmeverfahrens
- Vorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 ZPO: Erfahrungen des Handelsgerichts
- Vorsorglicher Rechtsschutz im Praxistest: Was funktioniert – und was scheitert?
- Vorsorgliche Massnahmen im Familien- und Erbrecht
- Vorsorgliche Massnahmen im Gesellschaftsrecht
- Das Gesuch in 48 Stunden? KI im Massnahmeverfahren
Detailprogramm öffnen
08:30 - 09:00 Registrierung und Begrüssungskaffee |
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| 09:0009:05 |
Begrüssung durch die TagungsleitungRoxana Bollinger-Bär
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| 09:0509:35 |
KeynoteVorsorgliche Massnahmen – eine Übersicht zum Einstieg
Emanuel Thaler
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| 09:3510:20 |
ReferatVorsorglicher Rechtsschutz im Medien- und Persönlichkeitsrecht: Im Spannungsfeld von Persönlichkeitsschutz und MedienfreiheitDr. Rena Zulauf
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10:20 – 10:50 Kaffeepause |
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| 10:5011:35 |
ReferatGlaubhaftmachen: Königsbegriff des Massnahmeverfahrens
Dr. Johann Zürcher
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| 11:3512:20 |
ReferatVorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 ZPO: Erfahrungen des Handelsgerichts
Dr. Stephan Mazan
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12:20 - 13:20 Mittagessen |
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| 13:2014:00 |
PanelVorsorglicher Rechtsschutz im Praxistest: Was funktioniert – und was scheitert?moderiert von Roxana Bollinger-Bär
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| 14:0014:45 |
ReferatVorsorgliche Massnahmen im Familien- und ErbrechtAndrea Tina Weber (angefragt)
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14:45 - 15:15 Kaffeepause |
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| 15:1516:00 |
ReferatVorsorgliche Massnahmen im GesellschaftsrechtCinzia Catelli
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| 16:0016:45 |
ReferatDas Gesuch in 48 Stunden? KI im Massnahmeverfahren
Roxana Sharifi und Dr. Niklaus Zaugg
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| 16:4517:00 |
Abschliessende Frage- und Diskussionsrunde und FazitRoxana Bollinger-Bär
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Referierende
Roxana Bollinger-Bär
Rechtsanwältin, MLaw, LL.M., Fachanwältin SAV Erbrecht, Senior Associate, CMS von Erlach Partners AG
Roxana Bollinger-Bär ist als Rechtsanwältin bei CMS von Erlach Partners AG vornehmlich für Privatkunden, Unternehmensfamilien und Familienunternehmen, Banken, Family Offices und Stiftungen aus dem In- und Ausland tätig. Sie berät Klienten vorwiegend im Bereich des Erbrechts und der Nachfolge, einschliesslich des Güterrechts, der Nachlassplanung und der Unternehmensnachfolge. Darüber hinaus begleitet sie Klienten bei Wohnsitzverlegungen, Vermögensstrukturierungen, Kunst-, Philanthropie-, Trust- und Stiftungsangelegenheiten. Sie ist sowohl beratend als auch prozessierend tätig und publiziert sowie referiert regelmässig im Erb- und Zivilprozessrecht.
Cinzia Catelli
Rechtsanwältin, LL.M., Partnerin, Bär & Karrer
Cinzia Catelli ist vorwiegend im Bereich der nationalen und internationalen Prozessführung und Schiedsgerichtsbarkeit tätig. Sie fungiert regelmässig als Schiedsrichterin in Schiedsverfahren unter den institutionellen Schiedsordnungen der ICC und des Swiss Arbitration Centre (Swiss Rules) in Streitigkeiten verschiedener Branchen, einschliesslich Immobilienentwicklungsverträge, Vertriebsverträge, Kaufverträge, Mietverträge, arbeitsrechtliche Streitigkeiten und gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten.
Cinzia Catelli ist seit 2010 an allen Schweizer Gerichten zugelassen. Seit 2014 ist sie Mitglied der Prozess- und Schiedsgerichtspraxis von Bär & Karrer in Zürich und arbeitet regelmässig auch mit der Prozesspraxis im Tessin zusammen. Sie verfügt über einen Abschluss der Universität Zürich, einen LLM-Abschluss der Harvard Law School und hat 2013 das New Yorker Anwaltsexamen bestanden.
Dr. Stephan Mazan
Dr. iur., Vizepräsident des Handelsgerichts des Kantons Zürich
Stephan Mazan erwarb 1990 das Anwaltspatent des Kantons Zürich. 1995 promovierte er an der Universität Zürich und trat im selben Jahr eine Stelle als Gerichtsschreiber am Schweizerischen Bundesgericht an, die er bis 2008 innehatte.
Parallel zu seiner Tätigkeit am Bundesgericht wirkte er von 2000 bis 2008 als Ersatzrichter am Bezirksgericht Zürich. Im Jahr 2008 wurde er zum Bezirksrichter am Bezirksgericht Dietikon gewählt, wo er bis 2017 tätig war. Gleichzeitig amtierte er von 2011 bis 2017 als Ersatzrichter am Obergericht des Kantons Zürich. Anschliessend war er von 2017 bis 2019 Oberrichter an der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich. Von 2019 bis 2023 gehörte er als Oberrichter dem Handelsgericht des Kantons Zürich an. Seit 2024 ist er Vizepräsident des Handelsgerichts des Kantons Zürich.
Roxana Sharifi
Rechtsanwältin, Senior Associate, Lead Innovation & Legal Tech, CMS von Erlach Partners AG
Roxana Sharifi ist Rechtsanwältin und Lead Innovation & Legal Tech bei CMS Zürich. Ihre Beratungsschwerpunkte liegen in der Prozessführung und in Schiedsverfahren. Darüber hinaus verfügt sie über Erfahrung im Konkurs- und Restrukturierungsrecht sowie in gesellschaftsrechtlichen Angelegenheiten. Sie berät sowohl zum schweizerischen als auch zum deutschen Recht.
In ihrer Funktion als Lead Innovation & Legal Tech gestaltet Roxana Sharifi die KI-Strategie der Kanzlei mit. Sie konzipiert und leitet interne und externe Schulungen, hält regelmässig Vorträge zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der juristischen Praxis und publiziert zu Legal Tech.
Emanuel Thaler
MLaw, Rechtsanwalt
Seit 2022 ist Emanuel Thaler als Rechtsanwalt in Zürich tätig, wo er sich mit der Führung von vorwiegend wirtschaftsrechtlichen Zivilprozessen befasst. SchKG-Verfahren aller Art stellen einen zweiten Schwerpunkt seiner Tätigkeit dar. Sein besonderes Interesse gilt dabei IPR-Fragestellungen. Vor der Aufnahme seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt, war er am Einzelgericht Audienz des Bezirksgerichts Zürich tätig, wo er in diversen Funktionen (u.a. von 2017 bis 2021 als Ersatzrichter) tagtäglich mit vorsorglichen Massnahmen aus sämtlichen Bereichen des Zivilrechts sowie Arrestverfahren befasst war.
Dr. Niklaus Zaugg
Dr. iur., LL.M., Rechtsanwalt, Partner, CMS von Erlach Partners AG
Niklaus Zaugg ist Partner im Dispute Resolution Team von CMS Zürich mit starkem Fokus auf internationale Schiedsgerichtsbarkeit und bankenrechtliche Auseinandersetzungen. Er berät und vertritt Klientinnen sowohl in ordentlichen Verfahren als auch in Massnahmeprozessen vor staatlichen Gerichten und Schiedsgerichten.
Niklaus Zaugg hat in seinen Fachgebieten mehrfach publiziert, so z.B. seine Dissertation über die Auswirkungen von Teil- und Zwischenurteilen in internationalen Schiedsverfahren in der Schweiz. Er hält regelmässig Vorträge an Konferenzen im In- und Ausland und ist unter anderem Mitglied des Swiss Arbitration Marketing Committee sowie Co-Chair des Swiss Arbitration Ambassador Programms.
Dr. Rena Zulauf
Dr. iur., Rechtsanwältin, LL.M., Lehrbeauftragte für Medien- und Kommunikationsrecht, Gründerin und Partnerin, Zulauf Partner
Dr. Johann Zürcher
Dr. iur., Mitglied der Anwaltsprüfungskommission Zürich, ehemaliger Oberrichter am Handelsgericht des Kantons Zürich
Fachthemen
Roxana Sharifi und Dr. Niklaus Zaugg
Das Gesuch in 48 Stunden? AI im Massnahmeverfahren
Termin / Format
03.02.2027 | 09:00 - 17:00
Zivilprozess | Tagungen
Rabattinfo
15% Rabatt auf den regulären Preis bei Anmeldung von mehr als zwei Personen eines Unternehmens. Der Rabatt wird ab der 3. Anmeldung gewährt. Doppelrabattierungen werden nicht gewährt.Location / Anreise
Metropol Zürich
Fraumünsterstrasse 12
8001 Zürich
Wir empfehlen Ihnen die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Metropol ist zu Fuss von der Tramhaltestelle Paradeplatz (Tram-Linien 2, 6, 7, 8, 9, 11, 13 und 17) in wenigen Minuten erreichbar.
Tagungsleitung

Roxana Bollinger-Bär führt durch die Tagung.
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