Digitale Beweismittel
Digitale Beweismittel spielen in Strafverfahren eine immer bedeutendere Rolle. Die mittlerweile alltäglichen Ermittlungsmassnahmen wie die Sicherstellung und Durchsuchung von Datenträgern sowie Recherchen über wie Google, PimEyes, Facebook, X oder andere öffentlich zugängliche Medien bewegen sich im Spannungsfeld von verfassungs- und konventionsrechtlichen Schranken, die den Schutz der Privatsphäre gewährleisten sollen, und dem staatlichen Strafanspruch sowie dem öffentlichen Strafverfolgungsinteresse. Die rechtliche Einordnung und Beurteilung der angewandten Ermittlungsmethoden, der Beweiserhebung, -sicherung und die Verwertbarkeit der daraus gewonnenen Erkenntnisse sind immer häufiger zentrales Thema in Strafverfahren und Gegenstand kontroverser Diskussion über die Balance von Effizienz und Rechtsstaatlichkeit des Strafverfahrens. Aktuelle Entscheide zum (internationalen) Datenaustausch zeigen, wie anspruchsvoll die sich in einem stetigen Fluss bewegenden Fragen sowohl in tatsächlicher als auch rechtlicher Hinsicht sind. Der Fall des SkyECC‑Hacks verdeutlicht exemplarisch, wie stark digitale Beweise Individualrechte berühren können, wenn der Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation plötzlich zu umfassenden Auswertungen von internationaler Tragweite führt.
Digitale Ermittlungen und der Datenaustausch zwischen Behörden und deren rechtliche Überprüfung durch betroffene Personen bilden einen dynamischen Bereich, in dem technischer Fortschritt, rechtliche Leitplanken und gesellschaftliche Erwartungen ständig neu aufeinander abgestimmt werden müssen.
Am Schulthess Forum Strafprozessordung 2026 treffen sich in Bern am Strafverfahren Beteiligte von Gerichten, Strafverfolgung sowie Verteidigung und Privatklägervertretern, um offen und kontrovers über die weiteren Entwicklungen und die beweisrechtliche Realität zu diskutieren. Die sich aktuell stellenden Herausforderungen werden aus den unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Nutzen Sie den Tag zu einem Austausch mit allen Beteiligten.